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Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Fliegen & Fliegen lernen

21.12.17 16:03

Die siebte Welle

Kategorie: Segelflug

Von: Christiane Müller

Tiefer Dunst liegt über der Stadt Kassel und auf der Fahrt, hoch zum Dörnberg war die Sichtweite nur gering. Es war die zweite Woche des Herbstlehrganges und seit ein paar Tagen hatten wir Hochdruckeinfluss. Jeder der Teilnehmer wollte das schöne Herbstwetter noch einmal nutzen, um vielleicht Welle zu fliegen, oder am Hang zu fliegen.

An den ersten Tagen des Lehrganges, waren unsere Gesichter lang, denn starker Regen und nasses Gelände, machte uns das Leben schwer, es gab keine Möglichkeit raus zu gehen um zu fliegen.

So hatten Thomas und Michael die Zeit genutzt und besorgten für das Kicker Turnier einen neuen Kicker Automat und bauten ihn im Tagungsraum auf. Tja, da waren die Ecken, sie sahen nicht aus als hätten sie einen Neigungswinkel. Leon und Yannik probierten ihn gleich aus, sie waren begeistert, es lässt sich sehr gut drauf spielen und die ecken hatten einen Neigungswinkel.

Am Donnerstagmorgen konnten wir das erste Mal in der ersten Lehrgangswoche fliegen. Der Wind war kräftig und uns bot sich endlich gute Möglichkeiten den Hang zu nutzen. Starten, Landen und ein paar Schulungsflüge, immerhin es ging doch.

Auch der darauffolgende Tag war gut. Erstmals sahen wir das Blau des Himmels und langsam kamen immer mehr Sonnenstrahlen durch. Auch hier bescherte uns der Hangwind Glück und wir hatten einen schönen Flugtag.

An diesem Abend hatten wir unser Kicker Turnier. Spannung pur mit konzentrierter Hochleistung, standen die Teilnehmer an dem Kicker. Spaß hatte es gemacht und für die Gewinner gab es auch einen Pokal.

An jedem weiteren Tag, wurde das Wetter immer besser. Nach morgendlicher Nebelauflösung kam die Sonne heraus, es war wurde über 20° C warm. An den Hängen und unterhalb des Dörnbergs färbten sich immer mehr die Blätter und tauchte die Landschaft in eine goldgelbe Farbe. Eine Gruppe, aus unserem Verein kauften sich zusammen eine K6. Auch sie kam an mehreren Tagen zum Einsatz und zwar bis zum Sunset.

Alles was zwei Flächen hatte, alles was vier Räder hatte wurde jeden Tag mit raus genommen. Ab diesem Wochenende hatte jeder ein Rendezvous mit einer Welle. Am Morgen, bei den ersten Starts blickten die Piloten auf das Kasseler Becken und dort hing sie noch, die Nebeldecke und über uns strahlte der blaue Himmel. Das E-Vario zeigte gutes Steigen, es war Welle. 

Beim Fliegen im Hang-Wind fliegt das Segelflugzeug auf der Luv-Seite eines Berghangs in einer aufwärts gerichteten Luftströmung. Hangwind findet man zum Beispiel, wenn ein Bergrücken quer zur Windrichtung steht. Je nach Windstärke und Hangform kann bis mehrere hundert Meter über die Hangkante gestiegen werden. Hangaufwind war die erste Form des Aufwindes, welche von Segelflugzeugen genutzt wurde. Leewellen entstehen bei besonderen Starkwind-Wetterlagen auf der windabgewandten Seite eines Hindernisses. Segelflieger erkennen diese Wetterlagen häufig an den charakteristischen Lenticulariswolken.

Jeder Pilot konnte sich freuen in der zweiten Woche noch dabei gewesen zu sein. Denn es gab fast jeden Tag Wellenflüge. So konnten sie zum Lehrgangsende zählen: "Ich hatte die siebte Welle, in einer Woche."

Zum Lehrgangsende hatten Stephan und Wolfgang einen Jahresrückblick vorbereitet. Wolfgang hatte eine Fluganalyse in 3D mitgebracht und hat uns von dem Wettbewerb in Nitra, mit Christian und Michel erzählt und von einem Wettbewerb aus La Motte. Mit der 3D Analyse zeigte er uns, wie schwierig es einmal war, in den Alpen aus einem Tal wieder heraus zu kommen um in das andere Tal zu fliegen, zurück zum Flugplatz. Das war super gemacht.

Gemütlich war es an diesem Abend, in unserer guten Stube, in unserem Tagungsraum. Es wollte keiner so recht seine Nachbarn aufgeben, manche hatten ihre Zimmer im Fliegerlager, andere sind dann spät noch nach Hause gefahren.