Logo der Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Fliegen & Fliegen lernen

23.10.20 22:32

Ab in die Freiheit

Kategorie: Segelflug

Von: Christiane Müller

Am vierten Augustwochenende, an einem Samstag, war Samuel mit seinem Auto auf dem Weg zum Dörnberg. Es war der Abschlusstag seiner Ausbildung und an diesem Samstag war sein praktischer Prüfungstag, die Luftfahrscheinprüfung. Samuel bog in das Fliegerlager ein und stieg aus dem Auto. Er war nicht aufgeregt, er konnte alles, aber es war schon ein anderes Gefühl an diesem Morgen. Er ging auf die große Gruppe vor dem Haupthaus zu. Wolfgang und Stefan waren Fluglehrer. Vor den beiden saßen eine große Gruppe von Flugschülern und Piloten. Vor Beginn des Briefings, machte Wolfgang eine lange Liste für die Einteilungen des Tages, seiner Schulungseinteilung und der Positionen am Start und Winde. Zur aktuellen Wetterlage erklärte Stefan den Stand, was der Wetterdienst für Segelflug aktuell herausgegeben hatte. Die Windrichtung könnte sich im Laufe des Tages noch ändern, da sollten wir drauf achten. Wir packten unsere Taschen und Getränke in den Tower, die Lepos waren getankt und wir räumten aus. Die Fahrzeuge starteten, die Hänger waren an den Fahrzeugen und auch die Flugzeuge wurden mit den Lepos einmal über das Gelände gezogen. Samuel unterstützte an diesem Morgen den Flugbetrieb, in dem er erstmal Winde fuhr. Wolfgang hatte den ersten Flugschüler im Flugzeug und startete. Das Wetter wurde immer besser. Nach ein paar Starts riss der Himmel auf und die Segelflieger kletterten immer höher in den Raum der Freiheit. Gegen Mittag wurde Samuel vom Flugleiter angerufen, dass er zu Start kommen sollte. Er packte seinen Rucksack ein und wurde vom Marius abgelöst. Am Start angekommen, setzten sich Prüfer und kurz-vor-Scheininhaber vor den Tower und gingen erstmal das Flugbuch durch. Anschließend ging es zur ASK 21 und auch dort wurde das Wissen der vergangenen Schulungsjahre abgefragt. Drei Starts machte Samuel und insgesamt waren es vier Stunden Prüfung. Samuel hatte es geschafft, er ist jetzt frei und kann zukünftig überall fleigen. Glücklich über diesen Moment genoss er es sehr, dass ihm alle herzlich gratulierten. In der Schulung der Flugschüler sollte es auch weiter vorangehen. Inzwischen war der Himmel so weit aufgerissen, dass es Zeit wurde sich zum Überlandflug auf den Weg zu machen und für die Flugschüler, die noch im Übungsraum bleiben müssen, waren hohe und lange Übungsflüge möglich. Der Tag schritt voran und am Nachmittag drehte sich der Wind. Wir warteten ab, aber es blieb so und mit Wind im Rücken, ging kein Start mehr. Wir bauten um und auf Nord West alles wieder auf. Kaum standen unsere Flieger am Start, wurden die ersten Schüler schon wieder in die Luft gezogen. Andreas, Student aus Darmstadt nutzte die Gunst der Stunde und angelte sich die ASW 28. Er flog lange am Südhang, die Sonne neigte sich langsam dem Horizont zu und war dann auch der letzte der an diesem Tag landete. Der Himmel färbte sich rot und wir packten ein und gingen in das Fliegerlager. Dort hatten Silvia und Michael den Grill angezündet. Wir saßen draußen und genossen unter dem tief rotem Himmel der untergehenden Sonne die gemütlichen Abendstunden.