Logo der Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Fliegen & Fliegen lernen

  • Aktuelles

Die anderen Tage

Es gibt Tage, da liegt die Wolkenbasis über unserem Gras und nur ein paar Umrisse der Helfensteine erkennt man durch den weißen Schleier, der um uns die Natur in einen dichten Dunst einhüllt. Selbst die Kühe wirken eigentümlich bei ihrer Wanderung durch den grauen Dimmer über unsere hügelige Landschaft. Solche Tage gibt es leider, auch im Sommerlehrgang. Eigentlich kribbelte es einigen Flugschülern unter den Fingern, denn sie waren nicht mehr weit entfernt vom Freiflug, von ihrer Lizenz oder ihrer praktischen B- und C-Prüfung. An einem dieser Morgen, gingen in den Jugendräumen die Schalosien hoch. Lucas Blick aus dem Fenster, über den Hof zum Haupthaus verriet ihm, dass an diesem Tag kein gutes Flugwetter ist. Hans blickte eine Etage höher, vom Haupthaus aus dem Fenster und auch in ihm stieg der Verdacht, dass an diesem Tag, aufgrund der Wetterprognosen nicht geflogen wird. Nun ist es ganz egal was man so meint, getroffen wird sich um 9:00 Uhr im Tagungsraum, zum Briefing. Jürgen, verantwortlicher Segelfluglehrer während des Lehrganges, kam mit den Blättern des DWD`s und auch sein Blick aus dem Fenster bestätigte ihm, was er zuvor gelesen hatte, flieg bar wird voraussichtlich unwahrscheinlich. Während die Gruppe um den runden Tisch hockte, sich unterhielt und die Zeit weiter voranschritt, kam die Überlegung die Jugendräume könnten mal aufgeräumt werden und dem Fußboden des Tagungsraumes etwas Wischwasser geben. Michael kennt noch weitere, viele Ecken, wo etwas sortiert werden könnte, etwas repariert werden muss oder auch die, die etwas Pflege brauchen. Er fragte die Gruppe, „habt ihr Lust dazu, dass mal zu machen,“ oder „schau mal hier, dass wäre schön, wenn das jemand in Ordnung bringen könnte.“ Die Gruppe bekam eine unglaubliche Dynamik. Die Jugendlichen, die den ganzen Tag, während des Lehrganges, auf dem Berg verbringen, sie merken, dass sich intensiv um sie gekümmert wird, damit die Ausbildung klappt. Die Lehrer nehmen sich viel Zeit und erklären ihnen die Zusammenhänge der Technik und sie merken, dass viel kostbares Material für die Ausbildung zur Verfügung gestellt wird, dass es gut ausgestattete Räumlichkeiten für sie gibt und täglich drei Mahlzeiten mit Snacks für Zwischendurch. All das schafft heimische Atmosphäre, für die sich Pflege lohnt. Doch trotz der Arbeit sieht man, dass die gemeinsame Aktion, Spaß gemacht hat. Am Ende des Lehrganges kam auch die Belohnung. Freiflug, Umschulung in die ASW28 und Außenlandung mit Ausbildungsabschluss. Vielen Dank an alle, die den Lehrgang unterstützt haben, die mitgeholfen haben, dass an jedem Tag ein sicherer Startbetrieb gewährleistet war, die auch bei den Instandhaltungsmaßnahmen rund ums Fliegerlager dabei waren und Arbeitseinsatz gebracht haben, dafür kam der Satz zurück, es war klasse heute.

Summer Breeze und Hot Spots unter blauem Himmel

Im Fliegerlager auf dem Dörnberg hat der Sommerlehrgang letzte Woche begonnen. An den ersten Lehrgangstagen war der Himmel ohne Wolken und nur der Morgen war noch recht kühl. Die jungen Flugschüler trafen sich morgens im Tagungsraum, saßen um den runden Tisch, glück darüber, nicht nur eine schulfreie Zeit zu haben, sondern die Chance jeden Tag zu fliegen. Eva hatte noch einen Grund mehr sich zu freuen. Sie ist seit einem Jahr in unserem Segelflugverein und hatte sich am letzten Sonntag freie geflogen. Ihr Vorhaben ist in diesem Lehrgang, die Alleinflüge länger auszubauen. Jürgen machte sich etwas Sorgen, wegen der starken Hitze. Er konnte die Flugschüler verstehen und gab morgens beim Briefing zu dem allgemeinen Tagesverlauf auch den Hinweis, „denkt an das Trinken, den Sonnenschutz und an die Pausen im Schatten.“ Der einfließende Hochdruck, die flächendeckende trocken und warme Luft gab den Flugschülern unter stahlblauem Himmel die Aufgabe, die Hot Spots zu finden. Wer sie hatte kam bis zu einer Höhe von 1800 AGL. Hatte sie es endlich geschafft und waren hochgekommen, gab es traumhafte Flüge auch für die Piloten, die sich zum Lehrgang eingeklinkt haben um die Tage zu nutzen und mit ihrem Flieger weiter Strecken zu fliegen. Jürgen merkte am Mittwoch, dass zum Nachmittag die Motivation nachließ und er entschied zusammen zu packen. Im Schatten vom Fliegerlager ließ es sich gut aushalten und Thomas und Heike lieferten Eis und eisgekühlte Getränke. In den weiteren zwei Tagen hing eine extreme Hitze über dem Land und alle entschieden, dass es zum Fliegen zu heiß war. Das Wochenende war angenehmer und eine große Schar Flugschüler stand am Start. Tobias war über das Wochenende Fluglehrer, er stand am Tower und prüfte seine Liste. Abwechselnd wurden die beiden ASK 21 mit Schülern besetzt, und Jürgen, der eigentlich frei hatte, unterstütze Tobias. Der Tag ging schnell um. Am Abend rollten die Hänger hinter den Lepos, die anderen Flieger an den Schleppstangen, der Tower in einer langen Karawane Richtung Fliegerlager. Einige saßen vor dem Haupthaus unter dem schattigen Pavillon und gönnten sich ein kühles Getränk. Heike und Thomas haben den ganzen Tag gekocht und organisierten das Buffet. Die Stimmung war klasse, man freute sich zusammen zu sein. Die Sonne verschwand hinter dem Horizont. An den Pavillons gingen die Lichter an und man feierte bis spät in die Nacht.

Sommerlehrgang vom 22.07. bis 2.08.2019

Im Sommer gibt es einen Zeitraum, wo man täglich Segelflieger am Startseil sieht und sie sich von der Winde hoch ziehen lassen. Die motorlosen Flugzeuge kreisen über dem Dörnberg und suchen Aufwindfelder um lange in der Luft zu bleiben, eine gute Höhe zu bekommen für einen Streckenflug, oder einfach nur die Höhe zu genießen und den weiten Blick, den man vom Cockpit aus hat. Jürgen Hochhut blickt auf seine Liste der angemeldeten Flugschüler. Er ist in diesem Lehrgang Segelfluglehrer und muss sich auf die Ausbildungsstände der Flugschüler vorbereiten. Einige brauchen ihn als Lehrer doppelsitzig und einige können schon allein fliegen. Sie fliegen einsitzig. An dem ersten Flugtag des Lehrganges gibt es ein großes Briefing. An diesem Morgen werden über die Wünsche der Flugschüler gesprochen, was möchten sie in diesen 14 Tagen erreichen und über die Positionen der Unterstützer des Lehrganges. Es gibt viele Scheininhaber, die eine Flugleiterfortbildung haben, eine Windenausbildung haben und einfach auch als Starthelfer diese Sommeraktion gern unterstützen. Vor 9:00 sitzt Jürgen im Büro, am PC und checkt das Wetter. Anschließend geht er in den Tagungsraum, blickt über die Teilnehmer und macht die Einteilungen. Die meisten der Flugschüler können spontan sagen, ob etwas getankt werden muss oder ob vom Vortag noch etwas gefehlt hat. Sie sind gern dabei und mit Leib und Seele Segelflieger. Wenn alles abgestimmt ist geht es raus. Die Flieger müssen an den Start und auch der Windenfahrer bezieht seine Position. Der erste Lepofahrer fährt die Strecke zwischen Start und Winde ab und zieht die Seile. Sind die Flieger gecheckt, ist der Außenwinker auf Position, ist alles frei, kann es losgehen. Kaum ist der Flieger in der Luft werden die Energiequellen gesucht, die sogenannten Aufwindfelder. Die meiste Energie gibt es in labil geschichteter Luft, das ist eigentlich der tatsächliche Motor für gute Aufwinde. Die Flugschüler lernen diese Felder zu finden und auch Auslöser zu finden, für einen Bart. In der Mitte unseres Lehrganges gib es ein Sommerfest. Heike und Thomas gestalten das Fest mit gutem Essen im Garten vom Fliegerlager. Am Abend gibt es ein Lagerfeuer und gute Musik. Wir freuen uns auf eine schöne gemeinsame Zeit, auf gutes Wetter und auf lange Flüge.