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Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Fliegen & Fliegen lernen

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Zweimal Mosel und zurück, Rekordflug von Christian und Kevin

Christian und Kevin haben einen neuen Vereinsrekord im Langstreckenflug aufgestellt. Sie sind mit dem DuoDiscus XLT, am 14.05.2019 mit der freundlichen Unterstützung vom Flugplatz der Luftsportvereinigung Wolfhagen e.V., mit einem Motorschlepp, in die Luft gezogen worden. Über Wolfhagen ging es ab Richtung Marburg, weiter nach Cochem bis an die Mosel. Dort haben sie gewendet und sind nach Hessen zurückgeflogen. Über Waldeck entschieden die beiden sich, da ist noch viel drin und drehten wieder um und flogen Richtung Bad Breisig. Über Cochem wendeten sie und sind nach Wolfhagen zurückgeflogen. Die gesamte Flugstrecke der beiden betrug 813 km und sie hatten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 97,9 km/h. Die Höhe über Grund war über 1400m und die Flugzeit erstreckte sich insgesamt von 8:18 Stunden. Wir gratulieren Kevin und Christian ganz herzlich, für die hervorragende Leistung, für den großartigen Vereinsrekord und freuen uns sehr mit den beiden.

Abgehoben, abgesucht und abgeflogen

An diesem Samstagmorgen erstreckte sich der Himmel in seinem tiefen blau über uns. Wir standen vor dem Fliegerlager und blickten von hier in Richtung Horizont. Soweit unser Auge reichte, nirgends warm eine Wolke zu sehen. In der Vorhersage des Segelflugwetterberichtes stand, feucht-labil geschichtete Warmluft, im Süden mit hoher Konvektion. Solche Wetterlagen sind die Seele der Thermik. Wir schauten auf die Uhr, gleich war unser Briefing. Es wird bestimmt werden, dachten wir und gingen rüber zum Haupthaus. Im Tagungsraum versammelten sich Flugschüler, Scheininhaber und Fluglehrer. Michael stand vorn im Raum und gab uns an diesem Morgen das Briefing. Er fragte nach wer welchen Dienst hat und wer Ambitionen zum Überlandfliegen hatte. Es waren viele an diesem Morgen, die gern eine längere Strecke fliegen wollten. Kevin meldete sich für die ASG29. Er hatte mit Christian am 14. diesen Monat, eine Strecke von 813,10 km, bis an die belgische Grenze zurückgelegt. Heute wird es nicht ganz so weit werden, aber mal schauen was so drin ist, dachte er. Samuel, noch Flugschüler, steht kurz vor dem Ende seiner Ausbildung. Für ihn gab es heute den Duo Discus xLT für seine Überlandeinweisung. Wir gingen raus. Inzwischen zeigte sich konvektive Bewölkung am Horizont. Das trieb uns an. Nach dem 4. Schulstart, meldete Michael, aus der E6 den ersten Themikbeginn. Samuel blickt noch einmal auf seine Karte und auf die Route die er geplant hat. Er zog den Fallschirm an und setzte sich in den Flieger. Wolfgang setzte sich hinten rein und fragte Samuel nach seinen Vorbereitungen und ob er alles gecheckt hatte. Sie hoben ab, suchten über dem Dörnberg guten Thermikbereich und flogen ab. Kevin, Stephan, Richard, Wolfgang G., ließen sich auch in die Luft ziehen. Warum es eigentlich manchmal so ist wie es ist, die guten Prognosen, einer verheißungsvollen Wetterlage mit konvektiver Bewölkung, ist schwierig zu fliegen. Alle hatten an diesem Tag, sich längere Strecken erhofft, es reichte nicht für die ganz große Runde. Im Fazit war es sehr schön an diesem Wochenende. Eva kam mit Michael in eine Höhe von über 1300m und jeder Flugschüler genoss ebenso einen richtig schönen Flug. Die Profis erreichten ihre Langstreckenziele nicht, aber das Jahr hat gerade erst begonnen und viele Piloten haben noch ihre Vorhaben, Wünsche und Ziele.

Unter blauem Himmel Thermik fischen

Fast wie bestellt, wurde zu Beginn der Lehrgangswoche der jungen Segelflugschüler, das Wetter vorsommerlich und an jedem Tag gab es blauen Himmel und viel Sonne. Viele neue Flugschüler reihen sich in die große Anzahl, der auszubildenden Segelfliegergruppe ein. Ein Teil der Flugschüler, kommt morgens zum Dörnberg hoch, ein anderer Teil der Flugschüler wohnt in unseren Jugendräumen. Sie gingen am Montag, der erste Tag der Lehrgangswoche, um kurz vor 9:00 Uhr über den Hof, denn es gab gleich Briefing. An diesem Morgen war es noch recht frisch, mit einer Temperatur unter 10° C, aber für die ganze Woche sagte uns der Wetterdienst gutes Wetter voraus. Im Tagungsraum war es warm und die ersten Strahlen von der Morgensonne fielen durch die Fenster. Die jungen Schüler hörten gespannt dem Fluglehrer zu, als er etwas zum kommenden Tagesverlauf und zu dem Verlauf der kommenden Woche mit den Wetterprognosen erzählte. Ein umfangreiches Hoch über Nordeuropa, mit einer östlichen Strömung, die trockene und sehr milde Festlandsluft heranführte und einer starken Bodeninversion, die über den Tag hinweg aber wieder weggeheizt wurde, sorgte für tägliche Blauthermik, die mal mäßig aber auch mal sehr gut war. Ein großer horizontaler Druckgradient sorgte allerdings für eine starke räumliche Veränderung des Luftdrucks, diese führte zu entsprechend starkem Wind, der die ganze Woche so blieb. Für die, die auf Strecke gehen wollten, war das nicht einfach, denn der starke Wind zerriss auch so manches Bärtchen. Unser Lager war gut gefüllt mit vielen Teilnehmern. Viele Piloten, die sich in dieser K-Woche frei genommen hatten, freuten sich über das schöne Frühlingswetter. Die Segelfluglehrer teilten sich am Start mit jeweils einer Gruppe Flugschüler auf und schulten in den beiden ASK 21. An manchen Tagen kamen sogar um die 60 Starts zusammen. Gegen Mittag gab es eine kleine Pause mit Essen aus unserer Küche und nicht lang danach ging es weiter bis zum Abend. Dann wurde alles verpackt, Flieger in die Hänger oder in die Halle, die vielen Rucksäcke wurden zurück in den Tower gestapelt und eine Karawane zieht zurück in das Fliegerlager. Jedes Jahr zu Karfreitag, machen wir unsere Flugbetriebsbesprechung. Sie dient auch als Sicherheitstraining, nicht nur für Flugschüler. Stephan Johannes, Ausbildungsleiter und Felix Schlummer Segelfluglehrer, hatten Präsentationen ausgearbeitet und viele neue Informationen für die kommende Flugsaison. Auch am Osterwochenende blieb es sehr windig, aber es war warm und sonnig. Felix, Florian und Uwe bauten sich ihre K6 auf mit einer neuen offenen Haubenabdeckung auf. Sie flogen offen. Stefan Krull hatte seine Libelle mit an den Start gebracht und verschwand damit für einen ganzen Tag. Alle Flugzeuge, auch viele mit ihren Privatfliegern, standen am Start, hofften auf einen guten Streckenflug, um unter dem wolkenlosen Himmel viel Thermik zu fischen. Die Flugschüler übten mit den Segelfluglehrern in der Platzrunde. Drei Flüge hatte jeder und gegen späten Nachmittag begann die Runde noch einmal von vorn. Am Samstagabend gab es unser traditionelles Osterfeuer, vor dem Fliegerlager. Viele standen vor dem Feuer und unterhielten sich, ob man über Land schwer nach Aufwind suchen musste, oder ob es eine gute Basis gab und man einfach gut rum gekommen ist. Noch eine schöne Woche haben die Flugschüler vor sich. Es sieht so aus, als bleibt es die Woche noch gut zum Fliegen. Nicht immer sind die ersten Wochen im Frühjahr so gut und nutzen wollen sie es, die jungen Flugschüler, die am liebsten gar nicht mehr aus den Fliegern wollen.