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Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Fliegen & Fliegen lernen

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Der Herbst und seine Schattenseiten

Das Wetter ändert sich viel schneller, als wir vogelfreien Segelflieger es uns wünschen. In schnellen Schritten wandern die Tiefausläufer mit einer Kaltfront über den Atlantik nach Europa und rückseitig fließt kühle Meeresluft zu uns ein. An dem Samstagmorgen steht Fabian vor der ASK 21, die abgerüstet werden soll. Die Hände versteckt er tief in seinen Taschen und der Reißverschluss seiner Jacke ist bis obenhin verschlossen. Der kalte Wind weht ihm in das Gesicht, er zieht die Schultern an und sein Kinn runter in die Jacke. Die Aussichten für einen schönen fliegerischen Tag waren düster, nach der Prognose vom Briefing, die Tobias Kill an diesem Morgen uns verkündet hatte. Auch die Wolken lagen dunkel und tief über dem Zierenberger Land. So standen an diesem Morgen die Flugschüler an der ASK um sie auseinander zu bauen. Michael und Tobias gaben Anweisungen zum Lösen der Bolzen für die Fläche. Unsere beiden ASW 28 mussten aufgerüstet werden, weil der Zeitpunkt der Prüfung an diesem Wochenende war. Als die Flächen im Hänger waren musste noch die Hutze saubergemacht werden. Fabian lag unter dem Rumpf und schraubte mit einem Nimboschlüssel die Hutze ab. Jede Menge Gras kam ihm entgegen und der Dreck der Erde saß fest. Da hieß es, ab geht es nur mit der Wurzelbürste. Fabian war nicht der einzige der einen Arbeitsstunden in das Heft schrieb. Auch Lukas und Ivo unterstützen Klaus-Peter für den Anstrich der Giebelfassade. In kurzen Abschnitten blickte die Sonne durch die kleinen Wolkenlöcher. Der Wind hatte ordentlich aufgefrischt und pfiff um unser Fliegerlager. Aus den zwei Flugschülern und Klaus-Peter hielt sich keiner mehr draußen auf, die meisten saßen im warmen Tagungsraum. Der Herbstlehrgang liegt nun vor uns und wir hoffen das in den 14 Tagen, viele schöne Flugtage dabei sind.

Herbstlehrgang vom 30.09. bis 11.10.2019

In den letzten Tagen des Spätsommers und zum Herbstbeginn bieten wir traditionell täglich unseren Herbstlehrgang vom 30.09. bis zum 4.10.2019 an. In diesem Lehrgang nutzen Flugschüler gern die Zeit um den eine oder anderen Punkt im Ausbildungsausweis zu ergänzen, oder bei dem goldenen Oktoberwetter die letzten Flüge noch zu genießen. Auch gehen die Fluglehrer auf die Wünsche der Flugschüler ein. Vor der Anmeldung zum Lehrgang, können Flugschüler ihren Zielwunsch dem Ausbildungsleiter mitteilen. Er koordiniert es dann mit den Fluglehrern. Auch die Profis nutzen gern die Zeit, vor dem Abrüsten um die ein oder andere Welle zu erwischen. Das klappt nicht immer, aber dennoch sind die goldenen Oktobertage in der Gemeinschaft auf dem Dörnberg schön. Zwischendurch hat man die Möglichkeit am Tower, die herbstlichen Sonnenstrahlen zu genießen und Zeit gemeinsame Pläne für das nächste Jahr zu schmieden. Wir hoffen auf viele Tage schönes Wetter, auf viele Hang- und eventuell Wellenflüge.

Junge Himmelsstürmer

 

Es ist Samstag, der erste freie Tag vom dritten September-wochenende und ein lichter blauer Himmel zieht sich über den Dörnberg. Raphael, Fabian, Eva, Lukas, Ivo und Linus, alle junge Flugschüler, machten sich auf den Weg zum Fliegerlager. Michael Leismann hatte Fluglehrerdienst und war schon auf dem Dörnberg. Er stand am Eingang vom Haupthaus und beobachtete wie die junge Truppe, einer nach dem anderen eintraf. Michael freute sich über die rastlosen Jugendlichen, die mit Begeisterung wöchentlich in das Fliegerlager ziehen, um Fliegen zu lernen. Die ersten Strahlen der Morgensonne zeichneten die Felsspitzen der Helfensteine in ein leuchtendes Orange. Michael schaute zum Himmel und er wusste, dass es ein schöner, sonniger und warmer Tag werden würde. Er drehte sich um und ging auch in den Tagungsraum. Michael setzte sich hin und begann mit dem Briefing. Er ließ den Blick über die Runde schweifen und fragte, ob jemand Wünsche für den Tag hat, es meldete sich keiner und Michael sagte, „dann los, lasst uns rausgehen.“ Mit geschäftigem Gesichtsausdruck gingen die Jugendlichen gegenüber zu den Hallen und öffneten die mächtigen und schweren Holztore, die unseren Tower und unsere Winde bergen. Die Lepos wurden gestartet, die Hänger wurden rausgezogen, die Flieger wurden mit Schleppstangen an die Lepos gehangen und die Gruppe setzte sich in Bewegung zur Startstelle Südost. Am Start wurde gründlich gecheckt und Uwe startete den PC im Tower und meldete sich bei Kassel-Calden an. Der Seilewagen war noch nicht in Sicht und so gab es noch etwas Zeit, für ein Getränk und zum Reden, in der Sonne zu stehen, den Morgen zu genießen, bis Michael sagte, „Eva mach die fertig für die E6“. An diesem Morgen gab es wenig Thermik. Die Landungen folgten kurz nach dem Start. Die Flugschüler wechselten sich ab und einige brauchten einen Flugauftrag und die anderen flogen mit Michael. Lukas fliegt schon einige Zeit allein. Nachdem er alles gecheckt hatte, schloss er die Haube und sagte, „fertig zum Einklinken.“ Er beobachtete das Schleppseil vor ihm, die Schleppstrecke, schaute noch einmal zum Windsack und blickte wieder auf sein Seil, wie es straff wurde und der Flieger sich in Bewegung setzte. Unter dem Hauptrad staubte die trockene Erde und als Lukas seine Sicherheitshöhe hatte, ging er in den Steigflug. In 360 m Höhe über Dörnberg, konnte er ausklinken, ein paar Kreise fliegen, denn Thermik gab es an diesem Tag keine. Es war Mittag und der ein oder andere bekam Hunger. Thomas hatte am Morgen schon angekündigt, dass es Hamburger gibt. Darauf hatten einige Lust und Fabian setzte den Lepo in Bewegung und holte im Lager das Essen. Der Tag ging wie im Fluge zu Ende, die Sonne stand knapp über der Zierenberger Kuppe und alle waren genug geflogen. Vorseile, Telefone und der Ballast kam wieder in den Tower. Die Flugzeuge kamen wieder an die Schleppstangen und an die Lepos und es ging zurück, zum Hangar. Die Jugendgruppe putzten die Flieger, schlossen die Halle und gingen in das Lager. Am Abend saßen sie gemütlich um den runden Tisch, lachten über die Jokes von Lukas und Fabian. Sie haben jetzt noch eine Woche bevor der Herbstlehrgang beginnt. Sie freuen sich sehr auf die kommenden Tage wieder täglich fliegen zu können.