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Fliegen & Fliegen lernen

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Herbst in unserem Fliegerlager

 

An diesem noch jungen Novembermorgen zieht der Dunst wie Rauch um unser Fliegerlager. Die dunklen Gebäude unseres Fliegerlagers wirken wie mächtige Hüter die über unsere Flieger vor den Hügeln unserer Startbahnen wachen. Wir standen auf dem Hof und schnürten unsere Schals etwas enger. Die Luft war kalt, es war Herbst und die vergangenen sonnigen Tage waren fast vergessen, wo wir alle Flieger rausrollten und zum Start zogen. An diesem frühen Samstagmorgen stand in unserem Kalender „Abrüsten“. Die großen Holztore standen offen und die ersten Hänger unserer Segelflugzeuge wurden herausgezogen. Marius, Aaron und Eva hatten vor, den Windsack abzubauen. Marius besorgte einen Lepo und Werkzeug. Die vier Jugendlichen machten sich auf den Weg zur Zierenberger Kuppe. Der Himmel riss auf die Sonne kam raus. Da kam schon kurz der Gedanke, bei den dreien, wir könnten auch fliegen heute. Unsere Jugendgruppe machte in diesem Jahr ihre ersten Schritte in die Unabhängigkeit. Ein großer Teil wechselte das Muster der Segelflieger und Marius schaffte seine Lizenz in diesem Jahr und ist jetzt frei. Die Jugendlichen holten den Windsack vom Mast und fuhren zurück in das Lager. Unser Hangar stand offen und die ersten Hänger wurden vor die Halle gezogen. Ein Flugzeug nach dem anderen wurden abgerüstet und die Hänger verstaut. Das erste Flugzeug ist auch schon auf Böcken in der Werkstatt, unser Schulungsflieger, die ASK21. Bis zum späten Nachmittag wurde draußen gearbeitet. Im Fliegerlager waren Heike und Thomas schwer am Schaffen. Wolfgang hatte an diesem Abend eingeladen zum Abfliegen und Heike und Thomas standen in der Küche und waren am Krustenbraten, Kartoffelgratin, Salat, Nachtisch und noch so vieles Leckeres am Vorbereiten. Draußen war es ruhig geworden und die großen Holztore waren verschlossen. Nur allein das Laub tanzte noch von dem Wind zwischen den Gebäuden. Im Tagungsraum ging es unterdessen munter zu, denn das Essen war lecker und die Stimmung war auch trotz Saisonende, sehr gut. Man genoss den gemeinsamen Abend und ließ das Jahr Revue passieren und machte schon mal Planungen in die neue Saison.

Schöne Aussicht von oben

Wolfgang sitzt zusammen mit jugendlichen Flugschülern und Piloten am runden Tisch im Tagungsraum. Um unser Fliegerlager wehte ein kräftiger und kühler Wind der das farbige Laub zwischen den Gebäuden zum Tanzen brachte. Wolfgang blickte in die große Runde und begann mit dem Briefing. Die Wetterprognosen für den Tag waren gemischt, es gab viel Wind, dass es Welle geben sollte, stand auch in der Vorhersage. Wolfgang blickt in die Runde und erkundigt sich nach allen Positionen und fragt nach, ob jemand Wünsche hat. Yannik war Windenfahrer, Klaus-Peter Flugleiter und der Starthelfer meldete sich auch. Marius nahm den DuoDiscus xLT, Uwe die ASG29, beide ASW 28 kamen mit raus und eine ASK 21. Wir zogen die Flieger und Hänger zur Süd-West Startstelle und bauten dort auf. Die ASK21 war fertig und stand am Start. Davon profitierte Jörn an diesem Morgen, denn Wolfgang sagt zu ihm, „setz dich rein, wir machen den ersten Start.“ Jörn, der gar nicht damit gerechnet hatte, so schnell in den Flieger zu kommen, machte sich fertig und Wolfgang setzte sich hinter ihn. Das Seil war straff und sie starteten. Da die Basis zum Teil tief war, kam Jörn bei seinem ersten Flug über die Wolken und genoss die Sonne. Der Wind hielt den ganzen Tag an. Wir hatten am Samstag eine Warmluftadvektion mit horizontalem Süd-Westwind. Der kräftige Wind wurde durch unseren Hang nach oben gelenkt und die Piloten konnten den Hangaufwind nutzen und lange Fliegen. Raphael, ein junger Flugschüler, hatte sich gerade an die ASW28 gewöhnt. Er freute sich als Wolfgang ihm einen Flugauftrag gab. Raphael probierte auch gleich den Hang und hatte an diesem Tag den längsten Flug. Dreieinhalb Stunden war er über dem Hang unterwegs und landete auch erst als alle anderen den Hang verließen. Als die Sonne knapp über der Zierenberger Kuppe stand, packten wir ein, brachten unsere Flieger in die Halle und die Hänger in das Lager. Im Tagungsraum war der Kachelofen an und aus der Küche roch es nach gutem Essen. Wir setzten uns zusammen an die Tische und genossen die Wärme, die aus dem Ofen kam. Schnell wurde es dunkel draußen und im Fliegerlager brannte noch lange das Licht und um die Häuser streichte nur der Wind mit einem summenden Geräusch.

Der Herbst und seine Schattenseiten

Das Wetter ändert sich viel schneller, als wir vogelfreien Segelflieger es uns wünschen. In schnellen Schritten wandern die Tiefausläufer mit einer Kaltfront über den Atlantik nach Europa und rückseitig fließt kühle Meeresluft zu uns ein. An dem Samstagmorgen steht Fabian vor der ASK 21, die abgerüstet werden soll. Die Hände versteckt er tief in seinen Taschen und der Reißverschluss seiner Jacke ist bis obenhin verschlossen. Der kalte Wind weht ihm in das Gesicht, er zieht die Schultern an und sein Kinn runter in die Jacke. Die Aussichten für einen schönen fliegerischen Tag waren düster, nach der Prognose vom Briefing, die Tobias Kill an diesem Morgen uns verkündet hatte. Auch die Wolken lagen dunkel und tief über dem Zierenberger Land. So standen an diesem Morgen die Flugschüler an der ASK um sie auseinander zu bauen. Michael und Tobias gaben Anweisungen zum Lösen der Bolzen für die Fläche. Unsere beiden ASW 28 mussten aufgerüstet werden, weil der Zeitpunkt der Prüfung an diesem Wochenende war. Als die Flächen im Hänger waren musste noch die Hutze saubergemacht werden. Fabian lag unter dem Rumpf und schraubte mit einem Nimboschlüssel die Hutze ab. Jede Menge Gras kam ihm entgegen und der Dreck der Erde saß fest. Da hieß es, ab geht es nur mit der Wurzelbürste. Fabian war nicht der einzige der einen Arbeitsstunden in das Heft schrieb. Auch Lukas und Ivo unterstützen Klaus-Peter für den Anstrich der Giebelfassade. In kurzen Abschnitten blickte die Sonne durch die kleinen Wolkenlöcher. Der Wind hatte ordentlich aufgefrischt und pfiff um unser Fliegerlager. Aus den zwei Flugschülern und Klaus-Peter hielt sich keiner mehr draußen auf, die meisten saßen im warmen Tagungsraum. Der Herbstlehrgang liegt nun vor uns und wir hoffen das in den 14 Tagen, viele schöne Flugtage dabei sind.