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Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Fliegen & Fliegen lernen

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Herbstzeiten

Am Samstagmorgen lag Zierenberg unter einem dichten Nebelfeld. Zwischen den Häusern zog der weiße Dunst in dichten Schwaden durch und färbte die Welt in ein einheitliches Grau. Die Zierenberger Kuppe verschwand unter einer tiefen Wolkenbasis.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Der Sommer hat seine besten Tage hinter sich. Und während die letzten noch mit Flip-Flops und kurzen Hosen gegen das Unvermeidliche rebellieren, haben die Meteorologen den Startschuss für den Herbst bereits gegeben.

Im Fliegerlager saßen Flugschüler, Lizenzinhaber, Windenfahrer, Flugleiter und Fluglehrer zusammen. Tobias warf einen Blick aus dem Fenster  und entschied, dass wir noch etwas warten, bis die Kuppe zu sehen ist.

Eine Weile später, schaffte es die Sonne, die Wolkendecke aufzureißen. Wir zogen unsere Jacken an, schnürten unsere Rucksäcke, brachten sie in den Tower und gingen zur Halle. Die Dunstfladen waren weg und wir bauten uns auf Nord-West auf.

Im Herbst ist die Sonne uns näher, als im Sommer. Trotz alledem, ist es im Winter kälter, weil die Sonne im Winter nicht senkrecht am Himmel steht sondern flach am Horizont. Das bedeutet auch, auch wenn die Sonne sehr nah ist, kann sie die Erdoberfläche nicht erwärmen, weil sie nicht direkt senkrecht mit 90° auf die Oberfläche scheint. Das heißt aber nicht, dass es keinen Aufwind im Herbst oder Winter gibt. An unseren Bergflanken bildet sich ein sogenanntes Hangaufwindband, in dem man stundenlang fliegen kann.

Im Wochenende gab es jede Menge Wellenflüge.

Wir hatten unsere Flugzeuge gecheckt, Eva, unsere neue Flugschülerin, machte den ersten Flug mit unserem Fluglehrer Tobias. Starten, ein paar Kreise und schon war die Höhe abgebaut und Eva konnte landen. Es folgten weitere Schulungsflüge. Thorge bekam einen Überprüfungsflug, weil er an der Startstelle schon lange nicht mehr geflogen war. Er startete mit Tobias und flog anschließend allein.

Der Himmel war stahlblau, die Sonne schien und wir konnten unsere Jacken ausziehen. Es wurde wärmer. Hendrik startete und merkte gleich, dass es etwas Thermik gab. Er erzählte uns wo es blubberte.

Zwischendurch holte für uns Conny das Essen bei Thomas ab. Wir stärkten uns kurz und flogen weiter. Die Sonne senkte sich so langsam am westlichen Horizont. Das Licht über dem Dörnberg war dunkelgelb bis tieforange. Die Schatten wurden länger und wir packten ein. Wir werteten unsere Flugdaten im Fliegerlager aus, trugen sie in unserem Flugbuch ein. Es war ein schöner Flugtag.

Herbstlehrgang vom 1.bis 12. Oktober 2018

 

Wenn die Sonne tief steht, die Schatten länger werden, der Wind über dem Land stärker wird, wenn es am Morgen kühl und nebelig ist, im platten Land die Menschen, sich in die Häuser zurückziehen, dann gehen wir auf unseren Berg und steigen mit dem Hangwind, mit Wellenflügen, oder in Platzrunden über den bunten Laubwäldern unter uns.

In diesem Lehrgang nutzen Flugschüler gern die Zeit um die eine oder andere Spalte, in ihren Ausbildungsausweis zu ergänzen, oder bei dem goldenen Oktoberwetter die letzten Flüge noch zu genießen. Auch gehen die Fluglehrer auf die Wünsche der Flugschüler ein. Vor der Anmeldung zum Lehrgang, können Flugschüler ihren Zielwunsch dem Ausbildungsleiter mitteilen. Er koordiniert es dann mit den Fluglehrern.

Auch die Profis nutzen gern die Zeit, vor dem Abrüsten um die ein oder andere Welle zu erwischen. Das klappt nicht immer, aber dennoch sind die goldenen Oktobertage, in der Gemeinschaft, auf dem Dörnberg schön. Zwischendurch schafft man sich die Möglichkeit, am Tower, die herbstlichen Sonnenstrahlen zu genießen und gemeinsame Pläne zu schmieden.

Heike oder Thomas bringen in den Mittagsstunden warmes Essen raus und versorgen uns mit Getränken, Kaffee und frischem Gebäck.

Damit die Aktivitäten nicht nach dem Flugbetrieb enden, sorgt Florian im Herbstlehrgang, für das Abendprogramm, zum Beispiel für ein gemeinsames Kicker Turnier mit einem Pokal und einer Ehrung.

Lange und späte Flugtage gibt es im Herbst selten. Durch die tiefstehende Sonne wird es früh dunkel und der nachtschwarze Himmel legt sich über unser Gelände. Alle Piloten treffen sich im Fliegerlager um ihre Flugdaten auszuwerten. Da findet sich der eine oder andere Vergleich, „wie lange bist du geflogen“, „wie weit warst du gekommen?“ Das hat Auswirkungen auf unser  gemeinsames Flugbarometer, wieviel Stunden sind vom Dörnberg aus geflogen worden und wieviel Stunden von anderen Plätzen.

Wir hoffen noch auf ein paar Tage schönes Wetter, auf viele Hang- und Wellenflüge und dass das schöne Flugwetter sich noch etwas hält.