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Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Fliegen & Fliegen lernen

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Werkstattarbeit und wir rüsten uns gegen Kälte

Schon auf dem Weg zum Fliegerlager konnte man sehen, dass der Winter begonnen hatte. Links und rechts leuchtete ein leichter Hauch von Schnee über der Landschaft. Die Wolken hingen an diesem Morgen aber tief herab und gaben einen trüben Eindruck. So war unsere Idee an diesem Morgen gar nicht so schlecht, den Tag in der Werkstatt verbringen und die Flieger in Ordnung bringen

Als wir im Fliegerlager um die Ecke bogen, brannte im Schulungsraum schon Licht. Kaum hatten wir die Tür zum Tagungsraum geöffnet, drangen laute Bohrgeräusche, aus dem hinteren Raum, uns entgegen. Einige Mitglieder, angezogen in Werkskleidung machten sich an den Wänden und Decken des Tagungsraumes zu schaffen. Der Raum dient besonders zur theoretischen Schulung während der Winterpause. Aus diesem Grund haben sich, unser Chef und in Abstimmung einiger Vereinsmitglieder, in den Kopf gesetzt, den Raum gut zu Dämmen, damit während den Blockunterrichten, im Januar und Februar, keiner frieren muss.

Michael Leismann ging über den Hof und sah eine große Schar an Flugschülern in den Tagungsraum wandern. Er folgte uns, setzte sich vor uns und gab uns ein Briefing für die bevorstehende Werkstattarbeit. Der Windsack lag in der Halle, dort musste nachgesehen werden, was daran kaputt ist, der Rumpf der ASK 21 musste gedreht werden. Dafür hatte Michael vorgesorgt, dass keiner mehr in der Werkstatt schwer heben musste. Er hatte jemanden gefunden, der uns ein Drehgestell baute, in der wir alle Segelflieger reinhängen konnten und drehen konnten. Nach der ersten Generalprobe an diesem Samstag, stellten wir fest es war ganz easy. Die Flächen mussten noch poliert werden und das Höhenleitwerk war noch nicht fertig.

Wir verließen die Werkstatt und gingen rüber zur Halle, wo auch unsere Werkstatt war. Michael hatte schon frühzeitig die Heizung angemacht. Wir machten uns an die Arbeit, schraubten, wuschen und polierten. Michael nutzt die Zeit der Stunde in der Werkstatt und macht mit den Flugschülern an den Fliegern etwas theoretische Schulungen. Er erklärte an diesem Morgen Materialaufbau der Tragflächen und den Strömungsverlauf auf den Tragflächen. 

Zwischendurch trieb uns der Hunger rein. Heike hatte Bratwürstchen für uns. Auch die am Renovieren waren gönnten sich zur gleichen Zeit eine Pause.

Am Nachmittag kam dann die Feuerprobe in Aktion. Die ASK 21 wurde in dem Drehgestell auf gehangen. Sie hielt und wie schon gesagt, es war überhaupt nicht schwer. Wir drehten die 21 und alles funktionierte einwandfrei. Anschließend gab es nicht mehr viel zu tun. Wir hatten ja fast alles schon vormittags erledigt.

Die Abenddämmerung legte sich über das Land. Im Schulungsraum hatten sich die Helfer entschieden, nach Hause zu fahren. Auch wir räumten unser Werkzeug weg und fuhren nach Hause. Bis nächstes Wochenende, denn da sind wir wieder oben.

Ein Jahr wie im Fluge

Dieser Tag war einer von den wenigen, nicht fliegbaren Tagen in diesem Jahr, an diesem zweiten Novemberwochenende. An diesem Samstag hatten wir auch gar nicht vor, zu fliegen, wir planten unsere Flieger abzurüsten.

Beschweren konnten wir uns an diesem kalten, stürmischen Novembermorgen nicht, dass wir draußen keinen Start aufbauten, denn wir hatten durch eine kontinuierliche Hochdruckwetterlage über, den ganzen Sommer hinweg, tolle Flugbedingungen und auch sehr viele Flugtage, sogar bis letzte Woche. Wie viele Starts wir in diesem Jahr hatten und wie viel Kilometer wir geflogen sind, wusste unser Segelflugreferent Felix und wer der Gewinner unseres internen Wettbewerbes von diesem Jahr ist, wusste Florian. Aber das erfuhren wir erst am Abend.

Im Fliegerlager war reges Treiben. Im Schulungsraum arbeitete Stefan,ausgestattet mit einem blauen Werkstattoverall. Der Raum musste neu gedämmt werden, das war sein Plan für dieses Wochenende.

Auf dem Hof standen Florian und Michael. Der Wind pfiff und das Herbstlaub flog auf und drehte sich vor dem Eingang unseres Fliegerlagers. Die Blätter stieben vom Wind davon. Mit einem kurzen Blick folgten wir dem Flug der Blätter und dachten an unsere schöne Flugsaison.

Florian und Michael berieten sich über den Ablauf des Tages. Während dessen öffneten die Flugschüler die Hallentore. Die ersten Hänger kamen vor die Halle und wurden mit den Lepos hoch zum Hangar gefahren. Alle fassten mit an und Florian koordinierte den Ablauf. Ein Flieger nach dem anderen kamen in den Hänger.

Die erste ASK 21 sollte gleich in die Werkstatt. Michael, Conny und Ulli waren in der Werkstatt und bauten ein Drehkreuz auf, welches Michael organisiert hatte, für Segelflugzeuge. In dieser Vorrichtung, kann der Rumpf von einem Segelflugzeug ohne großem Kraftaufwand, gedreht werden.

Gegen späten Vormittag waren die Hänger alle im Hangar verstaut. Wir schlossen die Tore und gingen runter zum Lager. Vor unserer Winde lagen die Spulen für die Stahlseile. Unsere Stahlseile sollten gewechselt werden. Moritz machte sich an die Arbeit, legte die Spule auf die Aufwicklungskurbel und zog das alte Stahlseil von der Windentrommel. Die neuen sollen erst kurz vor der Flugsaison aufgezogen werden.

Der Vormittag ging schnell rum und im Fliegerlager roch es gut aus der Küche. Wir stärkten uns und genossen die Wärme in diesem Raum. Nach dem Mittagessen war der Plan, der Windsack musste abgebaut werden. Florian und Moritz hatten sich ganz genau überlegt, wie es am einfachsten geht, den schweren Mast abzubauen und in das Fliegerlager zu transportieren.

Der Wind hatte nachgelassen, als wir auf der kleinen Zierenberger Kuppe standen. Moritz kletterte auf den Mast und befestigte die Zugseile, die den Masten sichern sollten. Wir stellten uns auf, hielten die Seile fest und Florian löste vorsichtig die Schrauben. Ganz langsam ließen wir den Masten kippen. Florian und Moritz sicherten ihn anfangs allein und nach und nach rückten wir auf, gingen vom Seil weg und zum Mast auf die anderen Seite. Der Mast senkte sich und wir trugen ihn in Richtung Lepo. Am Fahrzeug war ein Hänger. Wir legten den Mast mit Windsack drauf und fuhren ihn zum Lager. Kurzfristig wird der Mast erst einmal im Lager verstaut, bis Michael ihn repariert.

Langsam wurde es dämmrig. Eigentlich hatten wir alles erledigt, soweit so gut. Marius, Torge, Eva, Michael Wolgast und Uwe standen vor den Jugendräumen. Eva hätte sich gern ein Zimmer ausgesucht, dazu musste aber ein Zimmer für sie frei werden. Michael hatte ein neues Sofa mitgebracht, welches in die Küche soll. Sie haben kurz nachgedacht, die fünf planten wie es gehen könnte und bauten um. Sie hievten die Möbel aus dem Fenster raus und auf der anderen Seite wieder rein. Zwischendurch wurde geputzt, gesaugt und abgewaschen. Am Ende als alles stand, die Bude blitzblank war, machten sie sich Musik in der Küche und freuten sich über eine schöne und neue Gestaltung.

Im Tagungsraum versammelten sich die Gäste, Vereinsmitglieder und deren Familien. An diesem Abend war nicht nur unsere alljährliche Feier „Abfliegen“, auf dem Programm, nein, es hatten Host und Jürgen nachträglich zu ihrem Geburtstag eingeladen. Der Raum war jetzt sehr warm und auf den Tischen leuchteten die Kerzen. Im Raum wuchs das Stimmengewirr, denn jeder hatte den ein oder anderen länger nicht gesehen und alle hatten sich viel zu erzählen. Heike und Thomas bestückten mit leckerem Essen das Buffet. Vorspeisen, Hauptspeisen und süße Nachspeisen, gab es reichlich. Horst und Jürgen begrüßten die Gäste und machten einen Rückblick auf ihre fliegerischen Anfänge.

In diesem Jahr gab es auch einen internen Wettbewerb, den Dörnbergpokal, den Florian organisiert hatte. Zahlreiche Vereinsmitglieder, Schüler und Profis waren daran beteiligt. Florian hatte eine geniale Idee, für die gewonnenen Preise: "Was immer im Verein fehlt sind Schraubenschlüssel in der Größe 10er und 15er," erklärte er und so bekam jeder als Preis einen Schraubenschlüssel. Eine Gravur sollen sie auch noch bekommen. Der Gewinner von allen, war Marius an diesem Abend. Zwei Mal holte er sich eine Urkunde und er gewann den Dörnbergpokal. Darüber freute er sich sehr.

Stefan ehrte zwei Segelfluglehrer, Michael und Stephan, die seit 25 Jahren auf dem Dörnberg schulen. Michael und Stephan sind nicht nur Fluglehrer, sie sind unterstützend in vielen Bereichen dabei, ob in der Werkstatt, oder Reparatur der Lepos, sie können viel und sind sehr engagiert.

Felix unser Segelflugreferent, zeigte uns die guten Ergebnisse von unserer vergangenen Flugsaison auf. Er berichtete, dass wir insgesamt 2.643 Starts in diesem Jahr, mit unserem Gastverein, hatten. Unser Verein allein, hatte 2.277 Starts, 1.689,31 Flugstunden und es sind 12.613,54 km von unseren Mitgliedern geflogen worden. Ein tolles Ergebnis, es freuten sich alle. Wir feierten noch lange und schön war es.

Herbstzeiten

Am Samstagmorgen lag Zierenberg unter einem dichten Nebelfeld. Zwischen den Häusern zog der weiße Dunst in dichten Schwaden durch und färbte die Welt in ein einheitliches Grau. Die Zierenberger Kuppe verschwand unter einer tiefen Wolkenbasis.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Der Sommer hat seine besten Tage hinter sich. Und während die letzten noch mit Flip-Flops und kurzen Hosen gegen das Unvermeidliche rebellieren, haben die Meteorologen den Startschuss für den Herbst bereits gegeben.

Im Fliegerlager saßen Flugschüler, Lizenzinhaber, Windenfahrer, Flugleiter und Fluglehrer zusammen. Tobias warf einen Blick aus dem Fenster  und entschied, dass wir noch etwas warten, bis die Kuppe zu sehen ist.

Eine Weile später, schaffte es die Sonne, die Wolkendecke aufzureißen. Wir zogen unsere Jacken an, schnürten unsere Rucksäcke, brachten sie in den Tower und gingen zur Halle. Die Dunstfladen waren weg und wir bauten uns auf Nord-West auf.

Im Herbst ist die Sonne uns näher, als im Sommer. Trotz alledem, ist es im Winter kälter, weil die Sonne im Winter nicht senkrecht am Himmel steht sondern flach am Horizont. Das bedeutet auch, auch wenn die Sonne sehr nah ist, kann sie die Erdoberfläche nicht erwärmen, weil sie nicht direkt senkrecht mit 90° auf die Oberfläche scheint. Das heißt aber nicht, dass es keinen Aufwind im Herbst oder Winter gibt. An unseren Bergflanken bildet sich ein sogenanntes Hangaufwindband, in dem man stundenlang fliegen kann.

Im Wochenende gab es jede Menge Wellenflüge.

Wir hatten unsere Flugzeuge gecheckt, Eva, unsere neue Flugschülerin, machte den ersten Flug mit unserem Fluglehrer Tobias. Starten, ein paar Kreise und schon war die Höhe abgebaut und Eva konnte landen. Es folgten weitere Schulungsflüge. Thorge bekam einen Überprüfungsflug, weil er an der Startstelle schon lange nicht mehr geflogen war. Er startete mit Tobias und flog anschließend allein.

Der Himmel war stahlblau, die Sonne schien und wir konnten unsere Jacken ausziehen. Es wurde wärmer. Hendrik startete und merkte gleich, dass es etwas Thermik gab. Er erzählte uns wo es blubberte.

Zwischendurch holte für uns Conny das Essen bei Thomas ab. Wir stärkten uns kurz und flogen weiter. Die Sonne senkte sich so langsam am westlichen Horizont. Das Licht über dem Dörnberg war dunkelgelb bis tieforange. Die Schatten wurden länger und wir packten ein. Wir werteten unsere Flugdaten im Fliegerlager aus, trugen sie in unserem Flugbuch ein. Es war ein schöner Flugtag.