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Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Fliegen & Fliegen lernen

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Am Jahresende

In dieser Jahreszeit sind die Tage kurz und wenn man nachmittags, kurz nach sechzehn Uhr aus dem Fenster schaut, bekommt man das Gefühl der Tag ist rum und draußen beginnt die Nacht. So schnell wie im Moment der Tag vorübergeht, so schnell ging gefühlt auch das Jahr für uns vorbei. In all den vielen Jahrzehnten, seit die Fliegerei auf dem Dörnberg begann, gibt es jedes Jahr spektakuläres und weniger spektakuläres zu erzählen, vom Fliegerleben, vom Vereinsleben, es kommt immer so einiges zusammen. Genauso ist es auch in diesem Jahr. Gehen wir noch einmal zurück und beginnen mit dem neuen Jahr 2019. Das Jahr 2019 begann damit, dass die Jugend mehr und mehr in den Vorstand rückte und dass die Jugendgruppe ab diesem Jahr von einer Jugendleiterin geführt wird, von Eva. Am Samstag, den 09.03.2019 stand Stephan Johannes vor einem mit 40 Teilnehmern, gefüllten Tagungsraum. Er hatte eingeladen zum FI Auffrischungsseminar vom HLB für das ganze Wochenende. Es gab spannende Beiträge, nicht nur für Fluglehrer, auch für Piloten. Es waren Themen über Selbstbriefing, die Modelle dafür und die Produkte dazu. Über Flugmechanische Eigenschaften der ASK 21 und Unfälle im Ausbildungsbetrieb. Das Frühjahr begann und die Hänger mit den Fliegern, rückten wieder aus. Unser Dörnberg, unser Fliegerlager sind insgesamt überblickbar, es ist nicht riesig aber, wenn wir gestartet sind und fliegen, dann öffnet sich für uns die ganze Welt. Die jungen Piloten/in aus der Jugendgruppe waren die ersten auf dem Platz. Mit viel Engagement kamen sie in diesem Jahr gut vorwärts, flogen sich frei und schulten um auf eine andere Klasse. Anfang Mai, am 14.05.2019 machten sich Kevin und Christian auf den Weg. Wo die beiden vielleicht an diesem Morgen noch nicht mitgerechnet hatten, dass sie nämlich an diesem Tag einen neuen Vereinsrekord flogen. Sie kamen auf 813 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 97,9 km/h. Der Sommer kam und mit ihm der Sommerlehrgang. In diesem Sommer stand oft in der Vorhersage des Segelflugwetterberichtes, feucht-labil geschichtete Warmluft, im Süden mit hoher Konvektion. Solche Wetterlagen sind die Seele der Thermik. Die Temperaturen waren auch sehr heiß und Jürgen machte sich etwas Sorgen wegen der Hitze, aber es ging alles gut und es wurde geflogen…geflogen…und geflogen. Gefeiert wurde in diesem Sommer auch, im Garten unseres Fliegerlagers, wie jedes Jahr mit einem Sommerfest. Diesmal hatten es die Studenten aus Darmstadt, zu ihrem Jubiläum sich dieses Fest auf die Fahne geschrieben und es mit organisiert. Es war ein sehr schönes Fest. Wolfgang, Felix und Michel machten sich nach dem Sommerfest auf den Weg nach La Motte-du-Caire und sind über dem traumhaften Panorama der französischen Alpen geflogen. Felix ist mit dem Arcus geflogen. Wolfgang und Michel flogen mit unserem DuoDiscus über die majestätischen Gebirgszüge und genossen den unglaublich guten Aufwind. Der September kam und Wolfgang Schwarz organisierte für die Studenten einen einwöchigen Septemberlehrgang. Aber alle konnten sich mit an diesem Lehrgang beteiligen und an diesen Spätsommertagen konnte noch sehr gut geflogen werden. Der Sommer und auch das Fliegerjahr ging mit einem Herbstlehrgang in großen Schritten zu Ende. Es wurde abgerüstet und ein Flieger kam mit Stefan noch einmal zu Schleicher und die andere ASK21 in die Werkstatt. Eine aktive Jugendgruppe, inspiziert, poliert, putzt und schraubt im Moment. Auch die Jugendräume werden von ihnen renoviert. Am Nikolausabend, in diesem Jahr, verabschiedeten sich Heike und Thomas. Heike war sieben Jahre, Thomas fünf Jahre ganz treu zu uns und wir bekamen, immer Frühstück, immer Mittag- und Abendessen. Für all die vielen Jahre der lieben Fürsorge, bedanken wir uns ganz herzlich bei den beiden. Wir bedanken uns auch ganz herzlich bei euch, dass ihr uns wieder mit eurem Einsatz, mit eurem Engagement, uns bei Lehrgängen, oder in der Woche zwischendurch um die Fliegerkameraden in die Luft zu ziehen, in der Werkstatt, im Lager unterstützt habt. Ihr habt viel Bereitschaft gezeigt und wir hatten ein schönes Jahr. Liebe Mitglieder, liebe Freunde, wir wünschen euch allen, euren Familien, ein frohes, gesundes und besinnliches Weihnachtsfest. Wir wünschen euch auch, für das kommende Jahr 2020, alles Gute, viel Gesundheit, viel Glück, schöne Flüge, Frieden und Zufriedenheit. Wir freuen uns auf ein neues Jahr mit euch, mit vielen schönen gemeinsamen und fliegerischen Tagen und Wochen.

Die Überraschungen kamen im roten Mantel mit weißem Bart

Am späten Samstagnachmittag, in Zierenberg, steht Arnold Klapp, mit seiner Frau Gitta, in seinem Flur und packt eine große Tasche Weihnachtskleidung zusammen. Das ist schon lange Routine bei ihm, denn seine Aufgabe als Nikolaus für uns Segelflieger, macht Arnold mit sehr viel Hingabe, schon seit über 50 Jahren. Arnold prüft seine große Tasche und sagte zu seiner Frau, ich habe alles, wir sollten uns jetzt auf den Weg machen, damit wir rechtzeitig oben sind. Sie verließen ihr Haus, setzten sich in das Auto und fuhren auf den Dörneberg. Arnold ist seit 1951 Mitglied in unserem Verein. Als junger Spund war er Jugendleiter, später Segelflugreferent, Ausbildungsleiter, Betreuer bei Segelflugwettbewerben, Fluglehrer, Sportleiter der DM der Frauen und Prüfer für Piloten und Segelflieger und Landeausbildungsleiter. Die Liste seiner Aktivitäten ist länger als sein Bart und sein Nikolauskostüm. Arnold und Gitta kamen mit dem Auto im Fliegerlager an. Zu gleicher Zeit organisierten ein paar Jugendliche zwei Schubkarren die schnell mit Kartons aus buntem Papier, die Geschenke, gefüllt wurden. Arnold kam in den Flur des Fliegerlagers, schaute gelassen über die vielen Päckchen und wusste, dass viele aus dem Verein da sind und sicherlich sind auch sehr viele Kinder. An diesem Abend war Arnold nicht ganz allein der Mittelpunkt. Er teilte sich die Aufmerksamkeit der vielen Gäste mit Heike und Thomas. Heike ist seit über sieben Jahren in unserer Küche aktiv, an den Wochenenden, mit Kochen und backen von morgens bis abends. In den Ferien, wenn die Lehrgänge sind, da sogar täglich. Seit fünf Jahren steht Thomas mit ihr zusammen in der Küche. Auch er kocht und backt für uns alle. Uns ging es gut in all den Jahren, wir bekamen nicht nur unser Frühstück, sondern auch das Mittagessen am Start. Deswegen ist unsere Stimmung sehr getrübt an diesem Abend. Heike rief aus der Küche, „das Essen ist fertig,“ und eine lange, gewohnte Schlange bildete sich vor der Küche. Zum Abschluss gab es auch noch mal Nachtisch und reichlich Kuchen stand auf dem Buffet. Wir saßen an unseren Tischen, redeten und lachten viel. Die Kinder spielten zusammen und keiner von uns bemerkte, wie Arnold und Gitta aufstanden und sich aus dem Raum schlichen. Plötzlich wurde das Licht ausgemacht. In dem Türrahmen von unserem Tagungsraum stand nun ein Mann mit weißem Bart und roter Robe. Mit ihm kamen zwei „Gesellen“ herein, Felix und Lukas, die große Schubkarren mit den vielen bunten Päckchen vor sich herschoben. Der glänzende Weihnachtsbaum, die Kerzen auf den Tischen, schafften eine festliche Stimmung. Die Kinder sahen den Nicolaus, die meisten freuten sich, aber einige saßen auf dem Schoß der Eltern. Ihnen war der Mann mit dem langen weißen Bart, unter der roten Kapuze nicht so ganz geheuer. Arnold begann nun Gast für Gast zu begrüßen, fragte nach einem Gedicht und überreichte ihnen seine Geschenke. Seit 1969 erfreut er damit jährlich alle Herzen uns Segelflieger, bis auf ein einziges Mal, da konnte er nicht, er hatte es am Samstag zum 49. Mal gemacht. Nach der Bescherung ging das Licht wieder an und Stefan stand auf. Er hielt eine Rede beziehungsweise, er erzählte uns noch einmal einen Rückblick von unseren gemeinsamen Stunden mit Heike und Thomas, vom ersten Tag als alles begann. Am Schluss seiner Rede, gab es eine liebevolle Umarmung und ein schönes Geschenk. Wir werden sie sehr vermissen, denn die Küchentür ist nun ab verschlossen. Der Weihnachtsbaum leuchtete am Ende des Raumes. Die Kerzen auf den Tischen waren bis zur Hälfte heruntergebrannt und flackerten leise vor sich hin. Wir saßen noch lange an diesem Abend zusammen und erzählten, was uns so in der Vergangenheit bewegt hatte und was wir als nächstes gern tun würden.