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Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Fliegen & Fliegen lernen

  • Aktuelles

Sommerlehrgang vom 22.07. bis 2.08.2019

Im Sommer gibt es einen Zeitraum, wo man täglich Segelflieger am Startseil sieht und sie sich von der Winde hoch ziehen lassen. Die motorlosen Flugzeuge kreisen über dem Dörnberg und suchen Aufwindfelder um lange in der Luft zu bleiben, eine gute Höhe zu bekommen für einen Streckenflug, oder einfach nur die Höhe zu genießen und den weiten Blick, den man vom Cockpit aus hat. Jürgen Hochhut blickt auf seine Liste der angemeldeten Flugschüler. Er ist in diesem Lehrgang Segelfluglehrer und muss sich auf die Ausbildungsstände der Flugschüler vorbereiten. Einige brauchen ihn als Lehrer doppelsitzig und einige können schon allein fliegen. Sie fliegen einsitzig. An dem ersten Flugtag des Lehrganges gibt es ein großes Briefing. An diesem Morgen werden über die Wünsche der Flugschüler gesprochen, was möchten sie in diesen 14 Tagen erreichen und über die Positionen der Unterstützer des Lehrganges. Es gibt viele Scheininhaber, die eine Flugleiterfortbildung haben, eine Windenausbildung haben und einfach auch als Starthelfer diese Sommeraktion gern unterstützen. Vor 9:00 sitzt Jürgen im Büro, am PC und checkt das Wetter. Anschließend geht er in den Tagungsraum, blickt über die Teilnehmer und macht die Einteilungen. Die meisten der Flugschüler können spontan sagen, ob etwas getankt werden muss oder ob vom Vortag noch etwas gefehlt hat. Sie sind gern dabei und mit Leib und Seele Segelflieger. Wenn alles abgestimmt ist geht es raus. Die Flieger müssen an den Start und auch der Windenfahrer bezieht seine Position. Der erste Lepofahrer fährt die Strecke zwischen Start und Winde ab und zieht die Seile. Sind die Flieger gecheckt, ist der Außenwinker auf Position, ist alles frei, kann es losgehen. Kaum ist der Flieger in der Luft werden die Energiequellen gesucht, die sogenannten Aufwindfelder. Die meiste Energie gibt es in labil geschichteter Luft, das ist eigentlich der tatsächliche Motor für gute Aufwinde. Die Flugschüler lernen diese Felder zu finden und auch Auslöser zu finden, für einen Bart. In der Mitte unseres Lehrganges gib es ein Sommerfest. Heike und Thomas gestalten das Fest mit gutem Essen im Garten vom Fliegerlager. Am Abend gibt es ein Lagerfeuer und gute Musik. Wir freuen uns auf eine schöne gemeinsame Zeit, auf gutes Wetter und auf lange Flüge.

Expedition dreier Freunde nach La Motte-du-Caire

Nach einem schönen und bewegten Sommerfest der Studenten aus Darmstadt, packte Michel Diez, seine Tasche. Er freute sich auf ein neues und noch unbekanntes Vorhaben, auf eine Reise nach La Motte-du-Caire, nach Südfrankreich. Parallel packten auch Wolfgang Schwarz und Günther Krull ihre Taschen. Wolfgang fährt schon viele Jahre nach La Motte, er kennt die Gegen so gut, wie seine Westentasche und Günther ist schon ein Urgestein in La Motte, der wunderschönen Umgebung der französischen Seealpen. Von Zierenberg, unserem Fliegerlager, ging die weite Reise los. Vor ihnen lagen 1137 km und eine sehr lange Autofahrt. Bei dieser fast endlos erscheinenden Strecke hatten sie sich viel zu erzählen, die Themen gingen von A-Z, von Aufwindfeldern in den Bergen, über die Cumulis, dem Duo Discus, über Wellenflüge, bis zur Planung für die gemeinsame Zeit. Hinter Ihnen rollte gemach, der lange weiße Hänger mit dem Duo und einem Gewicht von über 490 kg. Für Michel war es die erste Reise nach La Motte. Er freute sich auf das Fliegen über den Alpen, auf ein neues Panorama und er, als junger Lizenzinhaber, wollte sein fliegerisches Können erweitern. Michels erster Flug mit Wolfgang ging über 100 km. Sie blieben in der näheren Umgebung zum eingewöhnen für Michel. An jedem weiteren Tag wurden die Strecken länger, bis zu ein Dreieck von über 400 km und er kam dabei richtig hoch, sie erreichten eine Höhe von über 5000 m. Michel konnte sich den Scherz nicht verkneifen, einmal Wolfgang zu fragen, ob sein Vario auch hängt, denn das Vario stand konstant auf fünf. Über die Platzumgebung hinaus ist es bei gutem Wetter oft möglich, in die nahegelegenen Ecrins zu kommen, die dortige „Rennstrecke“ für Segelflieger. Der Ausblick begeisterte den jungen Segelflugpiloten. Weit über den Alpen, mit genügenden Sicherheitsabstand zu den Wolken, flogen sie die geplanten Routen ab. Wolfgang ist Segelfluglehrer, er saß hinter Michel und wies Michel in den Alpenflug ein. Es wird für Michel nicht die letzte Fahrt nach Frankreich sein. Die Alpen haben ihn begeistert und eines weiß er, über den hohen Gipfeln macht das Segelfliegen erst richtig Spaß.

Der zweite Platz und eine Expedition ohne Höhenflug

Kevin ging am Morgen zum Fenster und schaute zum Himmel. Es sieht gar nicht so schlecht aus, dachte er für sich, denn die Thermikangaben waren für seinen Anspruch, an diesem Morgen gar nicht so gut. Er packte seine Sachen, setzte sich in das Auto und fuhr Richtung Dörnberg. Es schien die Sonne auf die Windschutzscheibe und kleine Wolken zierten das Blau des Himmels. Vielleicht wird es ja doch ein schöner Streckenflug heute und mal schauen was drin ist, dachte er sich, als er sein Auto abstellte und in das Fliegerlager ging.

Im Tagungsraum, am runden Tisch, saß Tobias und schaute auf sein vor ihm liegendes Blatt mit den Notizen. Tobias hatte an diesem Wochenende Fluglehrerdienst. Tobias überlegte und seine Augen schweiften über die Köpfe der Flugschüler. Wieviel Flugzeuge können heute mit Überland genommen werden, denn Kevin und Wolfgang, planten einen Überlandflug. Yannik und Moritz hatten Dienst, aber nach einer Ablösung würden sie gern einen längeren Flug unternehmen. Kevin meldete sich mit Wolfgang für den Duo Discus xLT an, Felix plante ein paar Starts, offen mit der K6.

In der OLC Landesligaklasse von Hessen liegen wir nach Runde 8 am 2. Tabellenplatz. Das motiviert alle, nicht nur Kevin. Er hat von April bis zum letzten Juniwochenende 42 Stunden und 50 Minuten geflogen und inzwischen 3.457,41 Punkte erreicht. Yannik begann den Tag mit Windendienst, Moritz war Flugleiter. Tobias hatte den ersten Schulstart. Die ersten Starts waren kurz, aber im Verlauf des Vormittags setzte Thermik ein. Kevin und Wolfgang flogen Richtung Sauerland. Einfach war der Tag nicht, denn durch Überentwicklung und Abschirmung, gab es keine gute Thermik und auch die Höhe reichte nicht für eine längere Strecke. Trotz des „Gurkenwetters“ meinte Wolfgang, waren sie mit 282.31 km ganz zufrieden.

Yannik erwischte den goldenen Schnitt an diesem Tag und erreichte eine Höhe von 1200m über Dörnberg, zwar nur von kurzer Dauer, aber immerhin. Alle Schüler bekamen an diesem Tag ausreichend Starts und Landungen. Manche hätten sich gern längere Flüge gewünscht.

Fabian sollte eine Trudeleinweisung von Felix bekommen, aber leider bekamen sie an diesem Nachmittag nicht die entsprechende Höhe dafür. Auch die anderen Schüler wären gern gegen Abend noch mal geflogen, aber der Wind drehte und wehte uns in den Rücken. So mussten wir leider aufgeben, denn ein Umbau hätte zu lange gedauert.

Wir rüsteten ab, zogen die Flugzeuge Richtung Halle und dort putzten wir die Flieger. Es war sommerlich warm und einige saßen vor dem Fliegerlager. Christian, Wolfgang und Felix standen im Tagungsraum und machten eine Lagebesprechung für den nächsten Tag. Leihweise bekamen wir von Borkenberge ein zweites Schulungsflugzeug.

Am nächsten Morgen fuhren sie los und holten den Flieger. Fabian war mit dabei und durfte als erster Flugschüler, die ASK 21 gleich mal ausprobieren. Jeder hatte sein eigenes Erlebnis gehabt, nahm es mit nach Hause und freut sich auf das kommende Wochenende mit hoffentlich gutem Flugwetter.