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Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Fliegen & Fliegen lernen

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Nach dem Einpacken

Die Tage am letzten Novemberwochenende, waren typische Novembertage. Nebelig trüb und kalt. Obwohl der Tag schon lange angebrochen war, wurde er nicht richtig hell. Die meisten Menschen haben in dieser Jahreszeit ein Gemütstief, wir auch, denn wir müssen am Boden bleiben. Aber was uns gegen diesen Winterblues hilft ist, dass in unserer Werkstatt eine ASK 21 liegt und auf die kleinen oder etwas größeren Schönheitsreparaturen wartet. Es ist nicht das erste Arbeitswochenende des Werkstattdienstes, denn die Jugendgruppe war am Wochenende davor auch schon in der Werkstatt fleißig. An diesem Morgen trafen sich Florian und Ivo als erste im Tagungsraum. Der große Kachelofen war an und in dem Raum war eine kuschelige Wärme. Ivo setzte sich auf die Bank vor dem Ofen und Florian kam dazu. Es dauerte auch nicht lange und es kamen immer mehr zur Tür herein, Michael, Jörn, Marius, Stephan und Andreas. Florian hatte schon den Schlüssel in der Hand und wir folgtem ihm in die Werkstatt. Von polieren, wachsen, fetten und schmieren bis hin zu Lackarbeiten, Austauschen von Teilen und Reparaturen an der Struktur, steht je nach Flugzeug, ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm für die Wintermonate auf unserer Agenda. Michael hält für uns den Focus darauf und gibt den Plan und die Einteilungen für die jeweiligen Wochenenden vor. Wir gingen in die Werkstatt und fingen an die Fläche zu waschen und polieren. Jörn und Ivo polierten die Fläche so auf Hochglanz, dass die Mücken über die Flächen, im Frühjahr, nur so rutschen werden. Florian saugte den Rumpf aus und kümmerte sich um die Trimmung. Florian konnte nur bis zum Mittag, denn am Nachmittag hatte er einen Auftritt im Posaunenchor auf dem Weihnachtsmarkt Anschließend hatte Michael den Wunsch, dass das Seitenruder abgebaut wird. Ivo machte sich Gedanken und holte das Wartungsbuch. Eigentlich hatte er schon eine genaue Vorstellung wie es gehen könnte, schaute aber noch einmal in das Wartungsbuch wie die Lagerungsbolzen und Aufhängebolzen gelöst werden. Vorstellung und Beschreibung waren eins, aber trotzdem hatte es eine Weile gedauert, bis sich das Ruder abnehmen ließ. Etwas Farbe brauchte das Ruder auch, Ivo rührte sie an und machte noch die Ausbesserungen. Am späten Nachmittag konnten Jörn und Ivo nach Hause gehen. Die anderen trafen sich auf dem Weihnachtsmarkt in Zierenberg und hörten den Klängen des Posaunenchores zu.

Herbst in unserem Fliegerlager

 

An diesem noch jungen Novembermorgen zieht der Dunst wie Rauch um unser Fliegerlager. Die dunklen Gebäude unseres Fliegerlagers wirken wie mächtige Hüter die über unsere Flieger vor den Hügeln unserer Startbahnen wachen. Wir standen auf dem Hof und schnürten unsere Schals etwas enger. Die Luft war kalt, es war Herbst und die vergangenen sonnigen Tage waren fast vergessen, wo wir alle Flieger rausrollten und zum Start zogen. An diesem frühen Samstagmorgen stand in unserem Kalender „Abrüsten“. Die großen Holztore standen offen und die ersten Hänger unserer Segelflugzeuge wurden herausgezogen. Marius, Aaron und Eva hatten vor, den Windsack abzubauen. Marius besorgte einen Lepo und Werkzeug. Die vier Jugendlichen machten sich auf den Weg zur Zierenberger Kuppe. Der Himmel riss auf die Sonne kam raus. Da kam schon kurz der Gedanke, bei den dreien, wir könnten auch fliegen heute. Unsere Jugendgruppe machte in diesem Jahr ihre ersten Schritte in die Unabhängigkeit. Ein großer Teil wechselte das Muster der Segelflieger und Marius schaffte seine Lizenz in diesem Jahr und ist jetzt frei. Die Jugendlichen holten den Windsack vom Mast und fuhren zurück in das Lager. Unser Hangar stand offen und die ersten Hänger wurden vor die Halle gezogen. Ein Flugzeug nach dem anderen wurden abgerüstet und die Hänger verstaut. Das erste Flugzeug ist auch schon auf Böcken in der Werkstatt, unser Schulungsflieger, die ASK21. Bis zum späten Nachmittag wurde draußen gearbeitet. Im Fliegerlager waren Heike und Thomas schwer am Schaffen. Wolfgang hatte an diesem Abend eingeladen zum Abfliegen und Heike und Thomas standen in der Küche und waren am Krustenbraten, Kartoffelgratin, Salat, Nachtisch und noch so vieles Leckeres am Vorbereiten. Draußen war es ruhig geworden und die großen Holztore waren verschlossen. Nur allein das Laub tanzte noch von dem Wind zwischen den Gebäuden. Im Tagungsraum ging es unterdessen munter zu, denn das Essen war lecker und die Stimmung war auch trotz Saisonende, sehr gut. Man genoss den gemeinsamen Abend und ließ das Jahr Revue passieren und machte schon mal Planungen in die neue Saison.

Schöne Aussicht von oben

Wolfgang sitzt zusammen mit jugendlichen Flugschülern und Piloten am runden Tisch im Tagungsraum. Um unser Fliegerlager wehte ein kräftiger und kühler Wind der das farbige Laub zwischen den Gebäuden zum Tanzen brachte. Wolfgang blickte in die große Runde und begann mit dem Briefing. Die Wetterprognosen für den Tag waren gemischt, es gab viel Wind, dass es Welle geben sollte, stand auch in der Vorhersage. Wolfgang blickt in die Runde und erkundigt sich nach allen Positionen und fragt nach, ob jemand Wünsche hat. Yannik war Windenfahrer, Klaus-Peter Flugleiter und der Starthelfer meldete sich auch. Marius nahm den DuoDiscus xLT, Uwe die ASG29, beide ASW 28 kamen mit raus und eine ASK 21. Wir zogen die Flieger und Hänger zur Süd-West Startstelle und bauten dort auf. Die ASK21 war fertig und stand am Start. Davon profitierte Jörn an diesem Morgen, denn Wolfgang sagt zu ihm, „setz dich rein, wir machen den ersten Start.“ Jörn, der gar nicht damit gerechnet hatte, so schnell in den Flieger zu kommen, machte sich fertig und Wolfgang setzte sich hinter ihn. Das Seil war straff und sie starteten. Da die Basis zum Teil tief war, kam Jörn bei seinem ersten Flug über die Wolken und genoss die Sonne. Der Wind hielt den ganzen Tag an. Wir hatten am Samstag eine Warmluftadvektion mit horizontalem Süd-Westwind. Der kräftige Wind wurde durch unseren Hang nach oben gelenkt und die Piloten konnten den Hangaufwind nutzen und lange Fliegen. Raphael, ein junger Flugschüler, hatte sich gerade an die ASW28 gewöhnt. Er freute sich als Wolfgang ihm einen Flugauftrag gab. Raphael probierte auch gleich den Hang und hatte an diesem Tag den längsten Flug. Dreieinhalb Stunden war er über dem Hang unterwegs und landete auch erst als alle anderen den Hang verließen. Als die Sonne knapp über der Zierenberger Kuppe stand, packten wir ein, brachten unsere Flieger in die Halle und die Hänger in das Lager. Im Tagungsraum war der Kachelofen an und aus der Küche roch es nach gutem Essen. Wir setzten uns zusammen an die Tische und genossen die Wärme, die aus dem Ofen kam. Schnell wurde es dunkel draußen und im Fliegerlager brannte noch lange das Licht und um die Häuser streichte nur der Wind mit einem summenden Geräusch.